Monday, June 30. 2008
Heute haben wir den Vertrag für unsere neue Wohnung unterschrieben. Sie befindet
sich deutlich außerhalb von Wien. Nachdem ich vor einigen Jahren eine
35m² Wohnung in Wien gemietet hatte, die sozusagen als meine
Studentenbude fungierte, hat es sich ergeben, dass wir sie schon seit geraumer Zeit zu
zweit bewohnen, was sowohl an kapazitive als auch an die Grenzen der Behaglichkeit stößt. Nach dem Studienabschluss im Vorjahr und dem neuen Job beginnt für mich nun ein weiterer Abschnitt im „richtigen Leben“. Persönliche Highlights der neuen Wohnung sind für mich, dass es sich um einen Neubau mit kontrollierter Wohnraumlüftung handelt, große 95m² Wohnfläche + unglaubliche 24m² Terrasse + Kellerabteil + Garagenplatz = Flächenfaktor 3,5(!), 2 Kinderzimmer, Badewanne (endlich!), sowie – Trommelwirbel! – ein Geschirrspüler!!  Dass ich Kinderzimmer erwähne, führt auch schon zum Hauptgrund, warum wir nicht (mehr) in Wien leben wollen: Da wir selbst Landeier sind und mit dem tristen Flair des 11. Wiener Gemeindebezirks nichts anfangen konnten, können wir uns nicht vorstellen, unsere Kinder – so sie eines Tages kommen – zwischen Beton, Asphalt, Hundehaufen und Kopftücheln aufzuziehen. Viel wichtiger ist uns, innerhalb einer Minute in der Natur sein zu können. Der Stadtrand von Wien ist für uns aber unleistbar, womit der Radius weiter zu ziehen war. Die Ortschaft, in der wir nun leben werden, ist relativ beschaulich, aber groß genug, um die wichtigste Infrastruktur (Schulen, Ärzte, etc.) zu beherbergen. Vielmehr liegt die Entscheidung dafür aber in der strategischen geografischen Lage: Es handelt sich um einen Bahnknotenpunkt, der Weg zur Arbeit nach Wien dauert genauso(!) lang wie der bisherige quer durch die Großstadt, und zwei größere Städte sind – sogar mit der Bahn – nur einen Katzensprung entfernt. Ein Hausbau kam für uns nicht in Frage, da dann viel weniger finanzieller Spielraum bliebe für einen guten Lebensstil. Allerdings wird der Bau erst im Laufe des Sommers fertiggestellt und im Herbst übergeben. Am Freitag haben wir den Parkettboden ausgesucht. Wir können’s kaum erwarten!
Thursday, May 15. 2008
Vor etwa einem Monat war endlich die Gelegenheit, den Gutschein einzulösen, den ich zu meinem runden Geburtstag von meiner besten Hälfte bekommen habe: Ich bekam eine Heißluft-Ballonfahrt geschenkt! Der Termin war eigentlich für einen Samstag ausgemacht, doch war das Wetter zu instabil – typisch fürs Waldviertel eben. Zunächst war der Termin auf unbestimmte Zeit verschoben, doch schon am Tag danach kam zu Mittag der überraschende Anruf, ob wir denn nicht heute Zeit dafür hätten. Der Treffpunkt war für 16 Uhr auf der Ballonfahrerwiese in Groß Siegharts vereinbart, doch hat es während der Hinfahrt leider geregnet, und auch am Ort des Geschehens bedrohten uns dicke graue Wolken. Nach und nach trafen weitere Interessenten ein, die sehr gerne an diesem Tag in die Luft gehen wollten. Die Piloten des 1. Waldviertler Ballonfahrerclubs räumten allerdings die Zweifel am Wetter bald beiseite, weil sie die Anhänger aus der Garage schoben und damit begannen, die Brenn-Vorrichtungen an den Körben zu montieren. Tatsächlich lichtete sich allmählich das Grau des Himmels.
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Wednesday, May 7. 2008
Subject: Sie Won £ 250.000.00! [...] [...] Wir glücklich zu verkünden, ziehen Sie die der Yahoo Lotterie Intl Inc Programme am 6. Mai 2008 in London. Sie sind daher genehmigt worden ist, um Anspruch auf eine Gesamtsumme von zweihundertfünfzig tausend britische Pfund (£ 250.000,00) für den 6. Mai 2008 promo Lotterie gewinnen, [...]. YAHOO sammelt alle E-Mail-ID des Menschen, die sich an Yahoo! E-Mail, MSN, Hotmail, AOL, AltaVista, and others online. Unter den Milliarden, abonnieren Sie uns, nur fünf Menschen wird sich für Gewinne. [...] [...] Deshalb wird Ihnen geraten, zitieren die folgenden Informationen an die Muschel-Agent zu erleichtern ihnen die Bearbeitung der Übertragung Ihrer Fonds ohne Verzögerung. [...]
Wednesday, April 23. 2008
Ich muss da mir selbst mal etwas klarstellen: Ich lese schon lange keine Fiction-Bücher mehr – Das sind solche, die erfundene Geschichten erzählen. Ich habe nämlich den Anspruch, beim Lesen etwas dazuzulernen, und nicht einfach nur unterhalten zu werden. In meiner Jugend war ich zwar eine Leseratte, vertilgte Detektiv- und Fantasyromane, doch zur Zeit meiner Matura war es dann schon nervig, sich mit klassischer Literatur befassen zu müssen. Mit Beginn meines Studiums begann ich schließlich zu genießen, dass ich mich endlich nur mehr mit jenen Sachen beschäftigen muss, die mich wirklich interessieren, nämlich alles rund um Naturwissenschaft und Technik. Seitdem besteht meine primäre Literatur aus Fachmagazinen. Jene, die ich zu verschiedenen Zeiten im Abo bezog, waren Spektrum der Wissenschaft, Physik in unserer Zeit, c’t, iX, freeX und DigitalPHOTO. Heute sind es Linux-Magazin, LinuxUser und ColorFoto; vereinzelt kaufe ich mir auch das NaturFoto. Das Abo eines wöchentlichen Nachrichtenmagazins war dann schon zuviel des Guten, ich hab noch heute einige ungelesene Ausgaben von vor einem Jahr herumkugeln. Danach kommen die Fachbücher. Klar, Physik- und Mathebücher waren nicht unbedingt Freizeitlesestoff, doch zur Zeit meiner Diplomarbeit sehr wohl! Echter Freizeitlesestoff sind dafür diverse Programmierbücher – heute mehr denn je. Oder Fotobücher, sowohl lehrende als auch Bildbände. Damit ist meine Freizeit aber schon sehr stark ausgefüllt. Über meinen Arbeitgeber darf ich außerdem anhand diverser Journals am aktuellen Stand der Forschung im Gebiet der Bildverarbeitung bleiben. Hie und da kommt noch eine dritte Sorte von Büchern in meine Bibliothek: Vor meiner Matura habe ich diverse populärwissenschaftliche Bücher gelesen, z.B. die von Hawking. Heute kann ich sowas aber überhaupt nicht ausstehen. Eher treffen da dokumentarische Bücher wie Torvalds’ „Just For Fun“ oder „Die Software Rebellen“ meinen Geschmack. Ich habe mir zwar vor 1-2 Jahren Dawkin’s „God Delusion“ gekauft, um meinen Standpunkt in religiösen Diskussionen noch besser darstellen zu können, hab mich aber noch nicht dazu aufraffen können, es zu lesen. Wenn ich dann von Verwandten oder Bekannten zu irgendeinem Anlass „irgend so ein“ Buch geschenkt bekomme, ist für dieses die Aussicht darauf, von mir gelesen zu werden, so gut wie minus Eins. Und ich habe doch in den letzten Jahren Romane gelesen, zwei an der Zahl: Kehlmann’s „Vermessung der Welt“ habe ich geschenkt bekommen. Zuerst war ich skeptisch, doch weil es vom Mathematiker Gauß und dem Entdecker Humboldt handelte, las ich es doch, und war sogar begeistert. Damit wären Biographien von Wissenschaftlern eine weitere mögliche Art von Literatur für mich. Was ich als zweites gelesen habe, war „Per Anhalter durch die Galaxis“, weil man es als Geek offenbar gelesen haben muss. Naja, jetzt verstehe ich wenigstens den Schmäh mit der Zahl 42. In einem Satz: Ich genieße es, ein Fachidiot zu sein.
Sunday, February 10. 2008
Da ich derzeit auf der Suche nach einer neuen Herausforderung bin, wie’s so schön heißt, habe ich in diversen Web-Jobbörsen ein Profil hinterlegt. Komischerweise konnte ich an den entsprechenden Stellen keinen Lebenslauf als PDF hochladen. Auf meine Nachfrage bekam ich folgende überraschende Antwort: PDFs werden von uns nicht verwendet, da sie nicht dem Standard beim vollautomatischen E-Recruiting entsprechen, denn E-Recruting-Software und Knowledge-Systeme durchforschen nur HTML- oder Word- bzw. Text-Dokumente, aber im PDF finden sich viele Softwarelösungen nicht zurecht (PDF ist ja gerade dafür gemacht, dass man es nicht so einfach editieren kann), und manche Systeme könnten Ihre Bewerbung nicht finden. Aha?? Seltsam, denn laut meines Wissens verhält es sich so, dass das Word-Format ein proprietäres Format mit geheimgehaltener Spezifikation ist und nicht dafür gemacht worden ist, von anderen leicht editiert zu werden, während PDF offengelegt ist und derzeit sogar auf seine Eignung als ISO-Norm geprüft wird. Und seltsam auch, dass zahlreiche freie GNU-Tools PDF sowohl direkt erstellen (PDFLaTeX, OpenOffice) als auch konvertieren und extrahieren können (z.B. pdftotext aus den xpdf-utils). Der Grund muss also völlig offensichtlich ein anderer sein. Blöd nur, dass damit IT-Experten die Möglichkeit genommen wird, sich als solche zu präsentieren, weil die Präsentation eines DOC-Lebenslaufs einen Widerspruch dazu darstellt.
Wednesday, July 25. 2007
Subject: xu Hallo Hallo {, MAILTO_USERNAME} [...] Sie wollen, der Ihres “ Gurke “ GROSS & STARK geworden ist, als ein STEIN? [...] Tippen Sie Browser (ohne Plätze) Presse Einträgt ein. [...]
Sunday, July 15. 2007
Den folgenden Text habe ich vor einiger Zeit verfasst und heute zufällig wiederentdeckt. Ich hatte ihn in eine einfache Textdatei geschrieben, die vom 27. Februar 2003 datiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er durch die Anekdote, die ich darin eingearbeitet hatte, motiviert war. Der Text ist als Gedankensammlung zu sehen und wurde hier nur minimal angepasst. Alle Rollenbezeichnungen sind geschlechtsneutral aufzufassen. (Schade, dass man das heutzutage immer dazusagen muss.) Warum Mathematik? Was kann man damit überhaupt machen?
Als Mathematiker eröffnen sich einem dieselben Möglichkeiten wie für Physiker, Informatiker oder Elektrotechniker. Dies zeigen zahlreiche Stellenangebote entweder explizit oder in der Form, dass eine gewisse “oder vergleichbare” Qualifikation gewünscht sei. Die Welt ist nicht so trivial, dass Elektrotechniker unbedingt Bauteile zusammenlöten, Informatiker etwas auf der Tastatur tippen oder Mathematiker etwas an die Tafel kritzeln müssen. Die Stärke der Mathematiker ist, wissenschaftliche und technische Probleme formalisieren zu können, gegebene Abhängigkeiten zu bestimmen und eine potentielle Lösung wieder in verständliche Sprache übersetzt zu präsentieren. Während Ingenieure ein Problem eher als ein individuelles ansehen, haben Mathematiker und Physiker die Tendenz, die Allgemeinheit eines Problems zu erkennen und eine entsprechende allgemeine Lösung zu präsentieren, die zur Lösung des speziellen Problems angepasst werden kann.
Techniker sind Spezialisten. Innerhalb ihres Fachbereiches können sie schnell Antworten liefern. Ihnen wurden bei ihren Studien zahlreiche Kochrezepte beigebracht, die sie auch erfolgreich anwenden. Kommt ein Problem allerdings an den Randbereich eines Fachgebietes, stoßen sie auch an die Grenzen ihres Verständnisses. Ein Beispiel ist mir selbst widerfahren: Eine Gruppe von Ingenieuren rätselte, wie oft die Gläser erklingen, wenn eine Gesellschaft von 9 Personen miteinander anstößt. Ein Mathematiker kann ihnen die Lösung sofort sagen und sie ihnen nachvollziehbar erklären, er kennt nämlich die Allgemeinheit des Problems: Es handelt sich um die Frage, wieviele Möglichkeiten es gibt, eine fixe Anzahl von Objekten aus einer größeren Menge auszuwählen; dies ermittelt der Binomialkoeffizient. Die Ingenieure rechnen herum und präsentieren eine völlig falsche, mit Denkfehlern behaftete Lösung, was zeigt, dass ein grundsätzliches Verständnis der Problemstellung schlicht nicht vorgelegen ist. Zeigt man ihnen dann die formalisierte Version des Binomialkoeffizienten, ist sie in ihren Augen lediglich eine weitere, trockene Formel.
Mich wundert nicht, dass Informatiker, die aus der Technik kommen, bei uns nicht-technischen Mathematikern um Nachhilfe ansuchen, da sie erkennen, dass sie zwar zahlreiche Methoden erlernt haben, aber nicht verstehen, warum diese gerade so aussehen und in einer bestimmten Situation überhaupt angewandt werden können. Mathematiker arbeiten vom Allgemeinen ins Spezielle. Techniker gehen eher tief in ausgewählte Teilgebiete eines Fachgebietes hinein, während Mathematiker es eher “der Breite nach” machen. Dafür müssen sie bei neuen Themen nicht mehr so tief hineinschneiden wie Techniker. Mathematiker lernen Neues schneller.
Absolventen dieses Studiums haben viele Möglichkeiten. Es gibt in der Tat so gut wie keine Arbeitslosen unter ihnen. Der Großteil, das sind etwa 38% (Quelle unbekannt, Anm.), kommt in der Informatik unter. Viele treibt es auch zu Versicherungen. Dort betreiben sie zwar nur mehr marginale Mathematik, aber das mathematische Denken haben sie verinnerlicht - die eigentlichen Inhalte des Studiums gehen nämlich verloren, diese werden nur in der Forschung gebraucht.
Tuesday, July 3. 2007
Gestern bin ich beim Drüberzappen kurz auf MTV bei der Sendung “Pimp my ride” hängengeblieben, in der dokumentiert wird, wie klapprige Karren ausgesuchter Bewerber professionell und stylisch aufgemotzt werden. Moderiert wird das ganze von irgend so einem schwarzen Rapper – zumindest glaube ich, dass er einer ist, weil er so Gangsta-mäßig rüberkommt. Gesprochen wird US English, deutsche Untertitel werden eingeblendet. Hängengeblieben bin ich deshalb, weil eine der Karren offenbar einen Biodieselmotor verpasst bekommen hat. Es folgte eine kuriose Aufklärung bzw. fast schon Rechtfertigung gegenüber den zusehenden Autonarren, warum Biodiesel (“Baiodiesel”) so cool sei. Im Gangsta-Style erklärt der Schwarze, dass der Treibstoff aus nachwachsenden Ressourcen hergestellt werde, und dass er ganz ohne schädliche Abgase und solch stuff sei. Er gräbt sich aus einem Haufen Rapspflanzensamen aus. Dann zeigt er wie sie gepresst werden, um das Rapsöl zu gewinnen. Ob das bereits Biodiesel sei? Natürlich nicht, man. Erst durch eine Art von Raffinieren werde das Öl zum Treibstoff. Er betont den entsprechenden Fachausdruck silbenweise, das Wort wird eingeblendet und dabei silbenweise durch Bindestriche getrennt, was sich allerdings mit dem deutschen Untertitel überlappt, der eine ungleich lautende Übersetzung ebenfalls silbenweise auftrennt – im Endeffekt hab ich keines der Worte mitbekommen. Biodiesel, so schildert der Moderator, bedeute allerdings nicht automatisch weniger Leistung. Um dies zu demonstrieren, tritt ein Biodieselflitzer gegen einen “herkömmlichen” Lamborghini Baujahr 2007 an. Am Ende der Rennstrecke gewinnt der Ökoflitzer unter Jubel. Biodiesel rules! Und es gebe Biodiesel ja ohnehin schon an fast jeder Tankstelle in den Ju-es-ey. Aber das Beste kommt noch, denn es wird klar, warum MTV das ökologische Argument gar so sehr auswälzt: Als Gast erscheint niemand geringerer als Arnold Schwarzenegger. Zuerst zeigt er sich allgemein angetan von dem Gefährt und fragt scheinbar beiläufig nach dem Motor. Er gibt sich überrascht und ist natürlich begeistert, dass es sich um einen Biodiesel handelt, und er erzählt, dass er selbst auf einen solchen umgestiegen sei. Der einzige Nachteil sei, dass es während der Fahrt ständig nach Pommes rieche und man deswegen leicht Hunger bekäme. Als er erfährt, dass die Sitzbezüge aus Hanf seien, klärt er scherzhaft auf, dass Hanf in Kalifornien verboten sei. Und es möge bitte niemand auf die Idee kommen, etwas vom Bezug abzutrennen und zu rauchen. Die schwarzen Mechaniker amüsieren sich, als hätte er etwas ausgesprochen, was sie sich sowieso schon die ganze Zeit gedacht hatten. Dann muss Arnie aber wieder weiter. Ich frage mich, von wessen Seite die Initiative eigentlich ausging: Wollte Schwarzenegger die Autonarren zu mehr Ökologie bekehren und hat sich dieser Sendung aufgedrängt, oder ist Biodiesel sowieso schon Mode, und MTV hat Schwarzenegger zu sich eingeladen, um dem entsprechend Gewicht zu verleihen? Jedenfalls ist es interessant zu sehen, dass die Amis doch endlich bzgl. Klimaschutz aufzuwachen scheinen.
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